Stand 2026 · Österreich

KESt-Rechner Österreich 2026 Kapitalertragsteuer auf Aktien, Dividenden, Krypto & Zinsen berechnen

Berechne die österreichische Kapitalertragsteuer auf Dividenden, Kursgewinne, Krypto, Zinsen und Fonds – inklusive ausländischer Quellensteuer, Altbestand, Verlustausgleich und Regelbesteuerungs-Vergleich.

Kapitalertragsteuer berechnen

Wähle die Art deines Kapitalertrags und gib den Betrag ein – der Rest passiert automatisch.

KESt berechnen: Beispielrechnungen 2026

So viel Kapitalertragsteuer fällt in Österreich 2026 auf typische Erträge an – jede Zeile kannst du im Rechner selbst nachrechnen.

FallBruttoertragSatzKEStNetto
Kursgewinn Aktienverkauf1.000 €27,5 %275,00 €725,00 €
Kursgewinn ETF-Verkauf5.000 €27,5 %1.375,00 €3.625,00 €
Dividende österreichische Aktie100 €27,5 %27,50 €72,50 €
US-Dividende (15 % Quellensteuer + 12,5 % AT-KESt)100 €27,5 % gesamt27,50 €72,50 €
Krypto-Gewinn (Neuvermögen)3.000 €27,5 %825,00 €2.175,00 €
Sparbuch-/Tagesgeldzinsen500 €25 %125,00 €375,00 €
Aktiengewinn 2.000 € mit 800 € Verlustausgleich2.000 €27,5 % auf 1.200 €330,00 €1.670,00 €

Faustregel für 2026: Vom Kapitalertrag bleiben nach KESt 72,5 % übrig (bei Bankzinsen 75 %). Verluste desselben Jahres senken die Bemessungsgrundlage – Details im Ratgeber Verlustausgleich.

Ausländische Quellensteuer – Anrechnung auf die KESt

Bei ausländischen Dividenden behält der Quellenstaat Quellensteuer ein. Österreich rechnet davon nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) maximal 15 % auf die 27,5 % KESt an – es bleiben also 12,5 % KESt in Österreich. Quellensteuer über 15 % ist nicht anrechenbar und nur per Rückerstattungsantrag im Ausland zu holen – wie das für die Schweiz, Deutschland und Frankreich geht, steht im Ratgeber Quellensteuer zurückholen.

LandQuellensteuerin AT anrechenbarAT-KESt noch fälligrückforderbarGesamt (ohne Rückforderung)

In Irland domizilierte ETFs (sehr häufig) zahlen auf Fondsebene i. d. R. keine Quellensteuer an dich – die Tabelle gilt für Direktdividenden ausländischer Einzelaktien. Frankreich wird von vielen Depotstellen vorab auf den DBA-Satz reduziert.

KESt in Österreich – das Wichtigste 2026

Was ist die KESt?

Die Kapitalertragsteuer (KESt) ist die österreichische Steuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen – also auf Dividenden, Zinsen, realisierte Kursgewinne aus Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs sowie seit März 2022 auch auf Kryptowährungen. Sie wird bei inländischen Banken direkt an der Quelle einbehalten und wirkt endbesteuernd: Mit dem Abzug ist die Einkommensteuer auf diese Erträge abgegolten, du musst sie nicht mehr in die Steuererklärung aufnehmen. Rechtsgrundlage sind die §§ 93 ff. EStG.

Zwei Steuersätze: 27,5 % oder 25 %

Die Kapitalertragsteuer (KESt) ist ein besonderer, abgeltender Steuersatz (Endbesteuerung) – sie fällt ab dem ersten Euro an, einen Sparer-Freibetrag wie in Deutschland gibt es nicht.

Dividenden, Kursgewinne, Anleihen, Fonds, Derivate, Krypto27,5 %
Zinsen auf Sparbuch / Giro- / Tagesgeldkonto25 %

Merksatz: 25 Prozent nur für Bankzinsen, alles andere 27,5 Prozent. Warum 27,5 und nicht 25? Der erhöhte Satz gilt seit 2016 für alle Kapitaleinkünfte außer Geldeinlagen bei Banken – Sparbuch- und Kontozinsen blieben bewusst beim alten Satz.

KESt auf Aktien berechnen – ein Beispiel

Du verkaufst Aktien mit 1.000 € Kursgewinn (Verkaufserlös minus Anschaffungskosten und Spesen): Davon behält die Depotbank 275 € KESt (27,5 %) ein, dir bleiben 725 € netto. Dieselbe Rechnung gilt für ETF-Verkäufe, Anleihen und Derivate. Hast du im selben Jahr auch Verluste realisiert, zählt nur der Saldo – der Rechner oben berücksichtigt das über das Feld „Realisierte Verluste“.

KESt auf Dividenden

Bei inländischen Dividenden (z. B. Verbund, OMV, Erste Group) behält die auszahlende Stelle direkt 27,5 % KESt ein – aus 100 € Dividende werden 72,50 € netto. Bei ausländischen Dividenden kommt zuerst die Quellensteuer des Herkunftslandes dazu: Österreich rechnet davon bis zu 15 Prozentpunkte an, sodass hierzulande noch 12,5 % KESt fällig sind. Mit US-Aktien (15 % Quellensteuer dank W-8BEN) landest du damit exakt wieder bei 27,5 % Gesamtbelastung – Details in der Quellensteuer-Tabelle.

Altbestand & Altvermögen – steuerfreie Kursgewinne

Realisierte Kursgewinne sind steuerfrei, wenn der Bestand vor dem maßgeblichen Stichtag angeschafft wurde (laufende Erträge wie Dividenden bleiben aber immer steuerpflichtig):

Aktien, GmbH-Anteile, Anleihenvor 01.01.2011
Fonds/ETF, Derivate, Zertifikatevor 01.04.2012
Krypto (Altvermögen)vor 28.02.2021

Verlustausgleich

Realisierte Gewinne dürfen innerhalb desselben Kalenderjahres mit realisierten Verlusten aus Kapitalvermögen gegengerechnet werden – die KESt fällt nur auf den Saldo an. Bei einer Bank passiert das automatisch (depotübergreifend). Mehrere Banken führst du über die Steuererklärung zusammen. Kein Verlustvortrag ins Folgejahr, und Sparbuchzinsen sind vom Verlustausgleich ausgenommen. Schritt-für-Schritt-Anleitung mit E1kv-Beispiel im Ratgeber Verlustausgleich.

Regelbesteuerungs-Option

Statt der pauschalen 27,5 % kannst du deine Kapitalerträge auf Antrag zum progressiven Einkommensteuertarif veranlagen lassen. Das lohnt sich, wenn dein persönlicher Steuersatz darunter liegt – etwa bei geringem Gesamteinkommen (Studierende, geringe Erwerbseinkünfte). Die Option gilt einheitlich für alle Kapitalerträge des Jahres (alles oder nichts), bereits einbehaltene KESt wird angerechnet. Der Rechner oben vergleicht beide Varianten für dich; wann sich der Antrag konkret rechnet, zeigt der Ratgeber Regelbesteuerung.

Zu versteuerndes Einkommen 2026Grenzsteuersatz
0 – 13.539 €0 %
13.539 – 21.992 €20 %
21.992 – 36.458 €30 %
36.458 – 70.365 €40 %
70.365 – 104.859 €48 %
104.859 – 1.000.000 €50 %
über 1.000.000 €55 %

Inländisches vs. ausländisches Depot

Bei einer österreichischen Bank/Broker wird die KESt automatisch einbehalten und abgeführt (Endbesteuerung) – du musst nichts tun. Bei einem ausländischen Broker (z. B. Interactive Brokers, manche Neobroker) gibt es keinen automatischen Abzug: Du erklärst die Erträge selbst über die Steuererklärung (Formular E1kv). Der Steuersatz ist derselbe.

Steuereinfache Broker in Österreich

Als steuereinfach gelten Broker mit österreichischer depotführender Stelle, die die KESt automatisch berechnen und ans Finanzamt abführen – etwa Flatex, DADAT, Erste Bank (George), easybank oder Trade Republic (seit dem Wechsel auf österreichische Steuerabwicklung). Bei nicht steuereinfachen Anbietern wie Interactive Brokers oder Trading 212 musst du Dividenden, Kursgewinne und ausschüttungsgleiche Erträge selbst per Formular E1kv erklären – gerade bei thesaurierenden ETFs wird das schnell aufwendig. Welcher steuereinfache Broker fürs ETF-Depot am günstigsten ist, zeigt der unabhängige Vergleich auf etfdepot.at – ETF-Depots in Österreich vergleichen.

Thesaurierende Fonds & ETFs

Thesaurierende Fonds schütten nicht aus, ihre Erträge gelten aber als ausschüttungsgleiche Erträge und sind jährlich mit 27,5 % zu versteuern – auch ohne Geldzufluss. Diese versteuerten Beträge erhöhen die Anschaffungskosten (keine Doppelbesteuerung beim Verkauf). Meldefonds liefern exakte Daten an die OeKB; Nichtmeldefonds werden steuerlich pauschal und nachteilig behandelt. Alle Details inklusive Verkaufs-Beispiel im Ratgeber ETF-Steuer.

Ratgeber: KESt im Detail

Vertiefende Guides zu den häufigsten Steuerfragen österreichischer Anleger – Rechtsstand 2026.

ETF-Steuer 🧾

Thesaurierend vs. ausschüttend, ausschüttungsgleiche Erträge, Meldefonds & was beim Verkauf passiert.

Krypto-Steuer ₿

27,5 % auf Bitcoin & Co., steuerfreies Altvermögen, steuerneutraler Tausch, Staking & Lending.

Verlustausgleich 📉

Gewinne mit Verlusten gegenrechnen – automatisch bei der Bank oder per E1kv, mit Praxis-Tipps.

Quellensteuer zurückholen 🌍

Schweiz, Deutschland & Frankreich: Anrechnung, Rückerstattung Schritt für Schritt, Fristen.

Zinsen & Sparbuch 🏦

Der 25-%-Satz für Tagesgeld & Festgeld, ausländische Zinsplattformen und die Abgrenzung zu Anleihen.

Regelbesteuerung 📋

KESt zurückholen bei niedrigem Einkommen – für wen es sich lohnt, mit Beispielrechnung.

Häufige Fragen zur KESt

Wie hoch ist die KESt in Österreich?
Auf Dividenden, Kursgewinne, Anleihen, Fonds, Derivate und Krypto beträgt die Kapitalertragsteuer 27,5 %. Nur auf Zinsen aus Sparbuch, Giro- und Tagesgeldkonten gelten 25 %. Es gibt keinen Freibetrag – die Steuer fällt ab dem ersten Euro an.
Gibt es in Österreich einen Sparer-Freibetrag wie in Deutschland?
Nein. Anders als der deutsche Sparerpauschbetrag (1.000 €) existiert in Österreich kein allgemeiner Freibetrag und kein Freistellungsauftrag für Kapitalerträge. Die KESt wird ab dem ersten Euro fällig.
Wie wird ausländische Quellensteuer angerechnet?
Nach dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen rechnet Österreich ausländische Quellensteuer bis maximal 15 % auf die 27,5 % KESt an. In Österreich bleiben dann 12,5 % KESt. Quellensteuer über 15 % (z. B. Schweiz 35 %, Deutschland 26,375 %) ist nicht anrechenbar und muss im Quellenland zurückgefordert werden.
Sind alte Aktien oder Krypto-Bestände steuerfrei?
Ja, Kursgewinne aus „Altbestand“ sind steuerfrei: Aktien/Anleihen, die vor dem 1.1.2011 gekauft wurden, sonstige Wertpapiere (Fonds, Derivate) vor dem 1.4.2012 und Krypto-„Altvermögen“ vor dem 28.2.2021. Laufende Erträge wie Dividenden bleiben jedoch steuerpflichtig.
Wie werden Kryptowährungen besteuert?
Seit 1.3.2022 unterliegen realisierte Krypto-Gewinne und laufende Krypto-Einkünfte 27,5 % KESt. Der Tausch Krypto-zu-Krypto ist steuerneutral; Steuer fällt erst beim Tausch in Euro/FIAT an. Inländische Dienstleister (z. B. Bitpanda) behalten seit 1.1.2024 die KESt automatisch ein. Krypto, das vor dem 28.2.2021 gekauft wurde, ist als Altvermögen steuerfrei. Alle Details im Ratgeber Krypto-Steuer.
Wann lohnt sich die Regelbesteuerungs-Option?
Wenn dein persönlicher Durchschnitts-Steuersatz unter 27,5 % liegt – typischerweise bei geringem Jahreseinkommen. Dann kannst du die Kapitalerträge zum progressiven Tarif veranlagen lassen und dir zu viel einbehaltene KESt zurückholen. Der Rechner oben prüft das automatisch, wenn du die Option aktivierst.
Muss ich bei einem ausländischen Broker selbst Steuern zahlen?
Ja. Ausländische Broker behalten keine österreichische KESt ein. Du musst die Kapitalerträge selbst über die Steuererklärung (Formular E1kv) erklären und versteuern. Der Steuersatz (27,5 % bzw. 25 %) ist derselbe wie bei einer inländischen Bank.
Kann ich Verluste mit Gewinnen gegenrechnen?
Ja, innerhalb desselben Kalenderjahres. Realisierte Verluste aus Wertpapieren mindern die steuerpflichtigen Gewinne und Dividenden. Bei einer Bank geschieht das automatisch; bei mehreren Banken über die Steuererklärung. Ein Verlustvortrag ins Folgejahr ist nicht möglich, und Sparbuchzinsen sind ausgenommen.
Wie berechne ich die KESt auf einen Aktiengewinn?
Kursgewinn (Verkaufserlös minus Anschaffungskosten) mal 27,5 %. Beispiel: 1.000 € Gewinn → 275 € KESt → 725 € netto. Realisierte Verluste desselben Jahres mindern die Bemessungsgrundlage. Der Rechner oben erledigt das inklusive Altbestands-Check und Verlustausgleich.
Wie viel KESt zahle ich auf Dividenden?
Auf inländische Dividenden 27,5 % – aus 100 € brutto werden 72,50 € netto. Bei ausländischen Dividenden kommt die Quellensteuer des Herkunftslandes dazu; Österreich rechnet bis zu 15 Prozentpunkte an, sodass noch 12,5 % KESt im Inland anfallen.
Wie werden Sparbuchzinsen versteuert?
Zinsen aus Sparbuch, Giro- und Tagesgeldkonto unterliegen 25 % KESt (nicht 27,5 %). Die Bank behält die Steuer automatisch ein. Sparbuchzinsen sind außerdem vom Verlustausgleich mit Wertpapierverlusten ausgenommen. Mehr dazu im Ratgeber Zinsen & Sparbuch.
Bei welchen Brokern wird die KESt automatisch abgezogen?
Bei steuereinfachen Brokern mit österreichischer Steuerabwicklung – z. B. Flatex, DADAT, Erste Bank (George), easybank oder Trade Republic. Nicht steuereinfache Anbieter wie Interactive Brokers oder Trading 212 erfordern die Selbsterklärung per Formular E1kv. Einen Konditionen-Vergleich steuereinfacher ETF-Depots findest du auf etfdepot.at.
Hinweis: kestrechner.at bietet eine unverbindliche, vereinfachte Orientierung und stellt keine Steuerberatung dar. Die Berechnungen beruhen auf der Rechtslage 2026 für Privatanleger; individuelle Faktoren (Absetzbeträge, Sonderfälle, Nichtmeldefonds, Stiftungen, betriebliche Einkünfte) sind nicht abgebildet. Für verbindliche Auskünfte wende dich an einen Steuerberater oder das Finanzamt. Quellen u. a.: BMF, WKO, oesterreich.gv.at.