Stand 2026 · Österreich

KESt-Rechner

Berechne die österreichische Kapitalertragsteuer auf Dividenden, Kursgewinne, Krypto, Zinsen und Fonds – inklusive ausländischer Quellensteuer, Altbestand, Verlustausgleich und Regelbesteuerungs-Vergleich.

Kapitalertragsteuer berechnen

Wähle die Art deines Kapitalertrags und gib den Betrag ein – der Rest passiert automatisch.

Ausländische Quellensteuer – Anrechnung auf die KESt

Bei ausländischen Dividenden behält der Quellenstaat Quellensteuer ein. Österreich rechnet davon nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) maximal 15 % auf die 27,5 % KESt an – es bleiben also 12,5 % KESt in Österreich. Quellensteuer über 15 % ist nicht anrechenbar und nur per Rückerstattungsantrag im Ausland zu holen.

LandQuellensteuerin AT anrechenbarAT-KESt noch fälligrückforderbarGesamt (ohne Rückforderung)

In Irland domizilierte ETFs (sehr häufig) zahlen auf Fondsebene i. d. R. keine Quellensteuer an dich – die Tabelle gilt für Direktdividenden ausländischer Einzelaktien. Frankreich wird von vielen Depotstellen vorab auf den DBA-Satz reduziert.

KESt in Österreich – das Wichtigste 2026

Zwei Steuersätze: 27,5 % oder 25 %

Die Kapitalertragsteuer (KESt) ist ein besonderer, abgeltender Steuersatz (Endbesteuerung) – sie fällt ab dem ersten Euro an, einen Sparer-Freibetrag wie in Deutschland gibt es nicht.

Dividenden, Kursgewinne, Anleihen, Fonds, Derivate, Krypto27,5 %
Zinsen auf Sparbuch / Giro- / Tagesgeldkonto25 %

Merksatz: 25 % nur für Bankzinsen, alles andere 27,5 %.

Altbestand & Altvermögen – steuerfreie Kursgewinne

Realisierte Kursgewinne sind steuerfrei, wenn der Bestand vor dem maßgeblichen Stichtag angeschafft wurde (laufende Erträge wie Dividenden bleiben aber immer steuerpflichtig):

Aktien, GmbH-Anteile, Anleihenvor 01.01.2011
Fonds/ETF, Derivate, Zertifikatevor 01.04.2012
Krypto (Altvermögen)vor 28.02.2021

Verlustausgleich

Realisierte Gewinne dürfen innerhalb desselben Kalenderjahres mit realisierten Verlusten aus Kapitalvermögen gegengerechnet werden – die KESt fällt nur auf den Saldo an. Bei einer Bank passiert das automatisch (depotübergreifend). Mehrere Banken führst du über die Steuererklärung zusammen. Kein Verlustvortrag ins Folgejahr, und Sparbuchzinsen sind vom Verlustausgleich ausgenommen.

Regelbesteuerungs-Option

Statt der pauschalen 27,5 % kannst du deine Kapitalerträge auf Antrag zum progressiven Einkommensteuertarif veranlagen lassen. Das lohnt sich, wenn dein persönlicher Steuersatz darunter liegt – etwa bei geringem Gesamteinkommen (Studierende, geringe Erwerbseinkünfte). Die Option gilt einheitlich für alle Kapitalerträge des Jahres (alles oder nichts), bereits einbehaltene KESt wird angerechnet. Der Rechner oben vergleicht beide Varianten für dich.

Zu versteuerndes Einkommen 2026Grenzsteuersatz
0 – 13.539 €0 %
13.539 – 21.992 €20 %
21.992 – 36.458 €30 %
36.458 – 70.365 €40 %
70.365 – 104.859 €48 %
104.859 – 1.000.000 €50 %
über 1.000.000 €55 %

Inländisches vs. ausländisches Depot

Bei einer österreichischen Bank/Broker wird die KESt automatisch einbehalten und abgeführt (Endbesteuerung) – du musst nichts tun. Bei einem ausländischen Broker (z. B. Interactive Brokers, manche Neobroker) gibt es keinen automatischen Abzug: Du erklärst die Erträge selbst über die Steuererklärung (Formular E1kv). Der Steuersatz ist derselbe.

Thesaurierende Fonds & ETFs

Thesaurierende Fonds schütten nicht aus, ihre Erträge gelten aber als ausschüttungsgleiche Erträge und sind jährlich mit 27,5 % zu versteuern – auch ohne Geldzufluss. Diese versteuerten Beträge erhöhen die Anschaffungskosten (keine Doppelbesteuerung beim Verkauf). Meldefonds liefern exakte Daten an die OeKB; Nichtmeldefonds werden steuerlich pauschal und nachteilig behandelt.

Häufige Fragen zur KESt

Wie hoch ist die KESt in Österreich?
Auf Dividenden, Kursgewinne, Anleihen, Fonds, Derivate und Krypto beträgt die Kapitalertragsteuer 27,5 %. Nur auf Zinsen aus Sparbuch, Giro- und Tagesgeldkonten gelten 25 %. Es gibt keinen Freibetrag – die Steuer fällt ab dem ersten Euro an.
Gibt es in Österreich einen Sparer-Freibetrag wie in Deutschland?
Nein. Anders als der deutsche Sparerpauschbetrag (1.000 €) existiert in Österreich kein allgemeiner Freibetrag und kein Freistellungsauftrag für Kapitalerträge. Die KESt wird ab dem ersten Euro fällig.
Wie wird ausländische Quellensteuer angerechnet?
Nach dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen rechnet Österreich ausländische Quellensteuer bis maximal 15 % auf die 27,5 % KESt an. In Österreich bleiben dann 12,5 % KESt. Quellensteuer über 15 % (z. B. Schweiz 35 %, Deutschland 26,375 %) ist nicht anrechenbar und muss im Quellenland zurückgefordert werden.
Sind alte Aktien oder Krypto-Bestände steuerfrei?
Ja, Kursgewinne aus „Altbestand“ sind steuerfrei: Aktien/Anleihen, die vor dem 1.1.2011 gekauft wurden, sonstige Wertpapiere (Fonds, Derivate) vor dem 1.4.2012 und Krypto-„Altvermögen“ vor dem 28.2.2021. Laufende Erträge wie Dividenden bleiben jedoch steuerpflichtig.
Wie werden Kryptowährungen besteuert?
Seit 1.3.2022 unterliegen realisierte Krypto-Gewinne und laufende Krypto-Einkünfte 27,5 % KESt. Der Tausch Krypto-zu-Krypto ist steuerneutral; Steuer fällt erst beim Tausch in Euro/FIAT an. Inländische Dienstleister (z. B. Bitpanda) behalten seit 1.1.2024 die KESt automatisch ein. Krypto, das vor dem 28.2.2021 gekauft wurde, ist als Altvermögen steuerfrei.
Wann lohnt sich die Regelbesteuerungs-Option?
Wenn dein persönlicher Durchschnitts-Steuersatz unter 27,5 % liegt – typischerweise bei geringem Jahreseinkommen. Dann kannst du die Kapitalerträge zum progressiven Tarif veranlagen lassen und dir zu viel einbehaltene KESt zurückholen. Der Rechner oben prüft das automatisch, wenn du die Option aktivierst.
Muss ich bei einem ausländischen Broker selbst Steuern zahlen?
Ja. Ausländische Broker behalten keine österreichische KESt ein. Du musst die Kapitalerträge selbst über die Steuererklärung (Formular E1kv) erklären und versteuern. Der Steuersatz (27,5 % bzw. 25 %) ist derselbe wie bei einer inländischen Bank.
Kann ich Verluste mit Gewinnen gegenrechnen?
Ja, innerhalb desselben Kalenderjahres. Realisierte Verluste aus Wertpapieren mindern die steuerpflichtigen Gewinne und Dividenden. Bei einer Bank geschieht das automatisch; bei mehreren Banken über die Steuererklärung. Ein Verlustvortrag ins Folgejahr ist nicht möglich, und Sparbuchzinsen sind ausgenommen.
Hinweis: kestrechner.at bietet eine unverbindliche, vereinfachte Orientierung und stellt keine Steuerberatung dar. Die Berechnungen beruhen auf der Rechtslage 2026 für Privatanleger; individuelle Faktoren (Absetzbeträge, Sonderfälle, Nichtmeldefonds, Stiftungen, betriebliche Einkünfte) sind nicht abgebildet. Für verbindliche Auskünfte wende dich an einen Steuerberater oder das Finanzamt. Quellen u. a.: BMF, WKO, oesterreich.gv.at.